Karlskirche

Hyperlapse ohne Stativ – Toller Trick für Reisevideos

Beeindruckende Videos mit wenig Aufwand

Ein Hyperlapse ist ein Zeitraffer-Video mit dynamischer Position. Durch die Bewegung und die Zeitverzerrung entstehen wunderschöne Aufnahmen. Bei der Recherche stößt man schnell auf Timer oder Slider, etc. Ziemlich kompliziert. Doch das muss nicht sein. Ich zeige euch, wie ohne viel Aufwand tolle Hyperlapses entstehen.

Grundlegendes zum Hyperlapse

Ein Video besteht aus etwa 25 Bildern pro Sekunde. Damit wird eine „realistische“ Bewegung gezeigt. Bei einem Time- oder Hyperlapse werden einzelne Bilder mit Intervallen geschossen und später zusammengefügt. Das muss man beachten. Wenn ihr also ein 10 Sekunden langes Video haben wollt, müsst ihr 250 Fotos machen.

Foto – Schritt – Foto – Schritt

Wählt ein einen Ort, wo ihr euch gut bewegen könnt. Eine Menschenmenge ist hinderlich. Als nächstes wählt ihr bei dem Objekt, das ihr zeigen wollt, einen Fokus-Punkt. Im oberen Beispiel war das die Statue im Zentrum der Kirche. Diese habe ich stets in der Mitte des Bildes gehalten.

Hyperlapse Fokus-Punkt

Hyperlapse Fokus-Punkt

Stellt die Kamera auf manuell und macht ein paar Testfotos für die beste Belichtung. Der manuelle Modus ist wichtig, damit die Bildeinstellungen gleich bleiben und nicht automatisch geändert werden. Das Bild flackert, wenn ihr ihr einen automatischen Modus verwendet.

Auf den Bildauschnitt aufpassen! Fotos werden im 3:2 Format aufgenommen, aber das Video sollte dann 16:9 werden. Also etwas breiter, als die Fotos die ihr macht. Später wird das Video oben und unten beschnitten.

Alles eingestellt? Genügend Platz? Fokuspunkt ausgewählt? Dann gehts los. Foto machen, dann ein Schritt, dann wieder ein Foto und ein Schritt. So lange, bis ihr die gewünschte Menge an Bildern habt. Achtet dabei auf ähnliche Schrittgrößen und Zeitintervalle.

Postproduktion in Lightroom und Final Cut Pro X

Bilder sind gemacht, jetzt müssen sie zusammengefügt werden. Ich nehme meine Bilder immer in RAW auf, um noch das Beste rauszuholen. Lightroom ist kein Muss, aber man kann schnell viele Bilder bearbeiten. Dazu müsst ihr ein Bild bearbeiten und die Attribute auf alle kopieren. Dann als JPEG exportieren und weiter gehts in Final Cut.

Step by Step in Final Cut – meine Lösung

Legt eine neue Mediathek an und importiert alle Bilder. Macht ein Projekt zunächst mit 1080p25. Legt in dieser Sequenz alle eure Bilder ab. Dazu einfach alle markieren (CMD+A) und nach unten legen. Dann Rechtsklick und „Dauer ändern“ auswählen. Wählt „1“ aus. Dadurch wird die Dauer aller Bilder auf einen „Frame“ verkürzt.

Final-Cut-1

Final-Cut-1

Final-Cut-2

Final-Cut-2

Nun hab ihr schon euren Hyperlapse. Doch wahrscheinlich sieht er sehr wackelig aus. Um das Video zu stabilisieren, sind noch weitere Schritte nötig, denn Final Cut schafft es nicht alle Bilder einzeln abzugleichen.

Exportiert das Video so wie es ist (auch mit dem Format) und importiert es gleich wieder. Legt nun ein neues Projekt mit 720p25 an und legt das Video in die Leiste. Nun könnt ihr das Video stabilisieren und das Format anpassen, indem ihr die „Spatiale Anpassung“ auf „Ohne“ setzt und das Bild so skaliert, dass alles schön zu sehen ist.

Final-Cut-3

Final-Cut-3

Final-Cut-4

Final-Cut-4

Exportieren und fertig.

Tobt euch aus – Seid kreativ

Viele Wege führen nach Rom. Es gibt unzählige Empfehlungen und Techniken, wie man einen Hyperlapse realisieren kann. Ich möchte euch zur Inspiration noch zwei Videos zeigen. Hier bekommt ihr Ideen zur Gestaltung und Realisierung 🙂


Wenn ihr noch fragen habt, stellt sie mir! Ich freue mich über Feedback und wenn ihr mal einen Hyperlapse gemacht habt, freue ich mich ihn zu sehen 🙂

Polarlichter fotografieren

Polarlichter fotografieren – Tipps für das nächste Mal

Die Vorbereitung für das perfekte Polarlicht Bild

Die Aurea Borealis oder Polarlichter: Ein Naturschauspiel das Seinesgleichen sucht. Jeder sollte sie gesehen haben. Jeder Fotograf möchte das perfekte Bild schießen. Das braucht Vorbereitung – das weiß ich jetzt. Für meinen nächsten Trip nach Norwegen, werde ich diese Punkte beachten:

Kamera-Equipment:

Objektiv: Weitwinkel- oder sogar Fish-Eye Objektiv. Die Schärfe sollte manuell auf unendlich einstellbar sein. Der Autofokus funktioniert nicht zuverlässig in dunklen Lichtsituationen.

Schweres Stativ: Für die Langzeitbelichtung ist ein Stativ ohnehin erforderlich. Der starke Wind kann für zusätzliche Wackler sorgen. Deshalb: ein schweres Stativ einpacken, damit die Bilder gestochen scharf werden. Eine Schaumstoffpolsterung ist hilfreich. Bei eisigen Temperaturen lassen sich die Stativbeine kaum anfassen.

Fernauslöser: Beim Auslösen der Kamera kann es auch zu Wacklern kommen. Mit einem Fernauslöser lässt sich das vermeiden.

Lampe und/oder Blitz: Spektakuläre Bilder entstehen, wenn Vorder- und Hintergrund was zu bieten haben. Die Polarlichter bieten einen einzigartigen Hintergrund, wenn man im Vordergrund auch noch etwas zeigen möchte, muss das Objekt beleuchtet sein.

Leider hatte ich bei meiner letzten Reise auf die Lofoten nicht dieses Equipment dabei. Dennoch sind ganz brauchbare Bilder entstanden. Aber der Ehrgeiz hat mich gepackt und möchte es beim nächsten mal besser machen 🙂

Zu meiner Verteidigung: mein Interrail-Trip 2014 war spontan. Bevor ich in den ersten Zug gestiegen bin, dachte ich noch nicht daran, die richtige Ausrüstung für Polarlicht Fotografie zu packen. Dann ist es aber passiert: Ich war auf den Lofoten, es gab Polarlichter und ich hatte nicht das richtige Equipment dabei. Ich habe mein Bestes gegeben.

Was man noch beachten sollte

Die Jagd nach Polarlichtern ist nicht einfach. Auf der einen Seite steht das Kamera Equipment, auf der anderen Reiseplanung, Durchhaltevermögen und auch etwas Glück.

Im Sommer hab ihr keine Chance auf Polarlichter, weil es zu hell ist. Der Winter wird buchstäblich von dichten Wolkendecken und Schneestürmen überschattet. Deshalb fahrt im späten Herbst oder frühen Frühling über den nördlichen Polarkreis. Hier habt ihr die größte Chance auf das Naturspektakel. Aber selbst dann kann es sehr unwirtlich sein. Die Temperaturen können schnell unter 0 Grad gehen. Deshalb gut einpacken und die Winterausrüstung mitnehmen 😉

Ich hatte Anfang Oktober Glück die Polarlichter zu sehen. Allerdings hatte ich Pech mit dem Mond. Plant den Mondzyklus bei der Reise ein. Als ich auf den Lofoten war, gab es Vollmond und der strahlt stärker, als man es glauben mag. Das macht das perfekte Foto nicht leichter…

Ich werde noch weiter darüber recherchieren. Spätestens, wenn die nächste Reise nach Nordnorwegen ansteht.

Die Dokumentation von Benjamin Jaworskyj auf Motivsuche in Norwegen ist super interessant. Sie verschafft euch einen guten Eindruck über die Bedingungen im hohen Norden.

Mehr Bilder von meinem Besuch auf den Lofoten gibt es hier