Es gibt tatsächlich noch Themen, die nicht nur Reisen, Foto und Video behandeln ;)

Buch: Schlafes Bruder – mein persönlicher Bezug

Robert Schneider konnte mit seinem Roman „Schlafes Bruder“ Aufsehen erregen. Sein illustrer Sprachstil, seine gut durchdachte Wortwahl und die Begabung seiner Geschichte Spannung und Leben zu verleihen, machten den Roman zu einem Erfolg.

Es ist die Geschichte des Johannes Elias Alder, einem Bauernjungen, gesegnet mit Genie für Akustik und Musik. Sein Genie wird fortwährend unterdrückt. Es wird erkannt, aber nicht gefördert. Es wird gehört und statt es zu bewundern, wird es gefürchtet. Seine Umgebung ist voller Unwissender oder – wenn sie das Talent erkannt haben – Neider.

Das Leben des Johannes Elias Alder ist geprägt von Hospitalismus und Folter in seiner frühen Kindheit. Dem zum Trotz schafft er es durch sein Genie für Musik und seine Liebe zu Elsbeth sich der Folgen seiner Jugend zu wehren. Bis zu dem Moment an dem er meinte die Liebe verloren zu haben oder eher sich eingestand nie richtig geliebt zu haben. Der Entschluss sich das Leben zu nehmen ging einher mit dem Gedanken sich voll und ganz der Liebe zu widmen, in jeder Sekunde. Er sah es als Sünde an zu schlafen, denn „Wer schläft, der liebt nicht“. Dieser Satz verfolgte ihn und gab Anlass dem Schlaf zu entsagen und so seinem Bruder – dem Tod – näher zu kommen.

Wo ist nun mein persönlicher Bezug zu der Geschichte?

Das Buch hat mir meine jetzige Ex-Freundin empfohlen. Kommentarlos – ich solle es einfach nur lesen. Nach der Trennung – die mir sehr schwer viel – habe ich mich dem Buch gewidmet.

Einer der Gründe mich zu verlassen war eine grundlegend unterschiedliche Herangehensweise sich mit Themen zu befassen. Während sie darauf beharrte stets skeptisch allem gegenüber zu sein, warf sie mir vor zu offen mit Meinungen ohne wissenschaftlicher Basis umzugehen. Ich widersprach ihr, doch das kam nie bei ihr an.

Einen Bogen über die Problematik lässt sich über Robert Schneider’s „Schlafes Bruder“ spannen.

Ich hatte von Anfang an ein Problem mit dem Helden der Geschichte. Die Frage „Wie könne ein Mann reinen Herzens behaupten, er liebe sein Weib ein Leben lang, tue dies aber nur des Tags und dann vielleicht nur über die Dauer eines Gedankens?“ empfand ich als Affront. Die Aussage: „Das könne nicht von Wahrheit zeugen, denn wer schlafe, liebe nicht.“ empfand ich als Beleidigung meiner Liebe.

Nach der Trennung wurde bewusst, wie sehr ich geliebt habe. Es war mir nicht möglich zu schlafen. Ich bin wach im Bett gelegen mit dem dringenden Wunsch zu schlafen, doch es war mir nicht vergönnt. Weil ich sie vermisst und weil ich sie geliebt habe und sie nicht bei mir sein wollte. Ich habe gerade im Schlaf geliebt, habe besser geschlafen, wenn sie an meiner Seite war, bin erwacht mit dem Gedanken sie liebe mich und einem Lächeln im Gesicht. Nach der Trennung konnte ich nicht schlafen. Vielleicht auch vor der Furcht am nächsten Tag zu erwachen ohne sie an meiner Seite und mit dem Gedanken sie liebe mich nicht mehr.

Ich war mir bewusst: ich habe geliebt während ich geschlafen habe.

Es interessierte mich, woher dieser Gedanke, wer schlafe, der liebe nicht, kommen konnte. Trotz meiner Kritik an diesem verhängnisvollen Gedanken, der das Buch zum Anfang ermutigt und zum Ende geführt hat, war es mir ein Anliegen den Ursprung dieser Worte ausfindig zu machen. Mit Erstaunen machte ich folgende Erkenntnis:

Die Worte, denen Johannes Elias Alder glauben schenkte, kamen von einem nicht weiter erwähnenswerten Scharlatan. Der Zweifel an seiner Liebe ist in ihm gewachsen und wucherte bis zu seinem Tod. Elias schenkte jemanden glauben, der unglaubwürdig war…und diesen Vorwurf machte mir ebenso meine Ex-Freundin.

Meine Reaktion auf der ersten Seite Schlafes Bruder stellt ebenso mein Fazit dar: ich glaube nicht alles was ein x-beliebiger feststellt. Mir war es nie vergönnt das meiner Ex-Freundin beizubringen.

Smart-TV stellt sich nicht clever an

Smart-TV steht vor dem Abgrund. Die Frage ist: „Mit oder ohne Seil?“ Die Zukunft schien rosig: Noch 2011 war „Internet am Fernseher“ eines der großen Themen der IFA (Internationale Funkausstellung, Berlin), doch von den Visionen ist nicht mehr viel zu sehen. Es gehört mittlerweile zum guten Ton jedes Fernsehherstellers, eine Internetfunktion in die TV-Geräte zu pflanzen, doch das passiert so lieblos, wie die Etikettierung diverser Fertiglasagnen: man weiß nicht so recht, was drinnen ist.

Es wäre verlockend, sein Fernseherlebnis über die klassischen Fernsehsender hinaus mit den Inhalten des Internets zu erweitern. „Content is King“ ist ein häufig genanntes Schlagwort. Der Content ist da! Vimeo zeigt inspirierende Kurzfilme, Youtube neben dem üblichen Allerlei auch komplette Dokumentationen und College Humor sendet Witziges auf höchstem Niveau. Netflix hat viele Serien im Gepäck und ist auf dem Sprung nach Europa. Dem Internet wird einiges vorgeworfen, aber es hat definitiv für jeden Geschmack etwas Passendes parat. Professionelles Internet-TV ist längst Teil der Realität.

„Der Content is eh online“ sagen ORF und Puls4. Es hakt bei der Präsentation der Inhalte. Ich selbst bin ein eifriger (und einsamer) Verfechter von Smart-TV, allerdings sträuben sich auch mir die Nackenhaare bei dem Gedanken, mich mühselig mit der Fernbedienung durch lange Wartezeiten und ständig abstürzende Apps zu quälen. Lieber zum Smartphone oder Tablet greifen. Es funktioniert besser, aber dafür muss man sich mit einem kleinen Bildschirm begnügen.

„Smartphones“ haben sich mittlerweile das Prädikat „Smart“ verdient, bei „Smart-TV“ sieht es noch anders aus. Apps wie „Vodio“ zeigen es vor: reibungslos kann ein individuelles Fernsehprogramm aus dem Internet zusammengestellt werden. Leider ist das bis jetzt nur auf Smartphones und Tablets möglich, aber nicht auf der Entertainment-Zentrale im Wohnzimmer. Bei Smartphones handelt es sich um leistungsstarke Computer, während die Rechenleistung von Smart-TVs eher an PCs der 90er Jahre erinnert.

Solange die Apps auf Fernsehern nicht durchdachter sind und die Hardware in Fernsehern nur kleine Spielerein zulässt, wird sich auf dem Markt nicht viel verändern. Es ist schade, dass die Fernsehhersteller ihr Gerät als smart bezeichnen und eigentlich Beta-Versionen verkaufen. Die Euphorie ist weg, aber am Boden sind Smart-TVs noch nicht. Es gibt noch Chancen!