Was ich vom Geschirrspülen über Perfektionismus, Ordnung und Chaos gelernt habe

Als Foto- und Videograf ist man gut beraten mit offenen Augen und Ohren durch die Welt zu gehen und zu beobachten. Das bedeutet auch den Blick nach Innen zu richten und Erkenntnisse über sich selbst zu sammeln. Der Alltag ist voll von Möglichkeiten Rückschlüsse über sich und seine Umgebung zu gewinnen. Was ich vom Geschirrspülen gelernt habe, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Die Ausgangssituation: Meistens volle Spüle; Manchmal perfekte Küche

Bevor ich zu meiner Erkenntnis komme, beschreibe ich noch, wie es „vorher“ war. Ich nutze meine kleine Küche zu Hause kaum. In erster Linie für Kaffee, manchmal brauch ich auch eine Tasse. Aber ich bin wahrlich kein leidenschaftlicher Koch. Die benutzte Tasse oder den dreckigen Teller habe ich dann einfach in die Spüle gestellt. Ich war der Ansicht, sofort abzuwaschen würde sich nicht auszahlen. Es ist nicht effizient. Ich warte lieber, bis ich ein paar Stücke nacheinander abspülen kann.

Nach ein paar Tagen war die Spüle voll. Ich war dazu gezwungen das Geschirr abzuwaschen. Ich musste mich aufraffen und mich fast schon dazu quälen jetzt alles auf einmal abzuwaschen. Es „musste“ ja effizient sein. Im gleichen Aufwasch und mit viel Mühe, habe ich gleich die Küche mitgeputzt. Sie war kurz perfekt…jedenfalls so lange ich wieder damit begonnen habe, etwas in die Spüle zu stellen. Und das hat meistens nicht lange gedauert.

Mit dem Jahreswechsel habe ich dann das System nochmals überdacht…

Der Kompromiss: Ein kontrollierbares Chaos

Da ich beim Kaffee kochen (mit meiner wanderbaren Bialetti Brikka) ohnehin etwa 2-3 Minuten auf den Kaffee warten muss, habe ich begonnen in dieser Zeit ein bisschen abzuwaschen. Mal waren es 2 Tassen, mal ein Teller. Jedenfalls war es das Ziel, so lange ich Zeit zur Verfügung habe, wieder etwas Ordnung zu schaffen. Aber es gab nicht mehr das Ziel „alles auf einmal“ zu bewältigen. Es musste nicht mehr „effizient“ sein.

Nachdem ich den Kaffee getrunken habe, stelle ich die frisch benutzte Tasse ohne schlechtes Gewissen (und ohne Platz dafür zu suchen) in die Spüle. Denn ich weiß: Beim nächsten Kaffee kochen, werde ich keine Probleme haben, diese Tasse abzuwaschen.

Die Konsequenz: Seitdem ich das so mache, ist zwar immer ein bisschen in der Spüle, aber es fühlt sich nie überwältigend an. Es ist immer „machbar“ – auch ohne sich aufzuraffen. Für mich bedeutet das, dass ich einiges an Stress weniger habe und nicht genervt von einer vollen Spüle bin, wenn ich nach Hause komme.

Was hat das nun mit Perfektionismus oder gar Fotografie zu tun?

Perfektionismus hat auch etwas mit Zwang zu tun: man muss perfekt sein; man muss effizient sein; man muss perfekt sein. Die volle Spüle hat mich oft zu der Aussage „Ich muss jetzt endlich abwaschen“ gebracht und einen innerlichen Druck ausgelöst und einen gewissen Zwang verursacht. Das hat sich dann aufgelöst, als ich begonnen habe peux a peux und kontinuierlich in kleinen Schritten (bzw. in dem fall mit kleinem Geschirr) abzuwaschen.

In der Fotografie und Videografie tendiert man auch bald zum Perfektionismus. Man möchte das perfekte Bild oder Video machen, studiert die Thematik und macht sich viele Gedanken. Dabei vergisst man aber oft auf die vielen kleinen, kontinuierlichen Schritte, die man tätigen muss, um voranzukommen.

Ich hoffe ihr versteht die Metapher! Ich würde mich über Feedback freuen :)

Liebe Grüße,

Phänemenalex

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